Initiativen für eine Gemeinschaftsschule
10.06.2011
Schüler und Elternvertreter überreichen Namenslisten
Am 19. Mai 2011 überreichten Vertreter der Elterninitiative 'Gemeinschaftsschule', der Elternpflegschaft der Erich Kästner-Schule und die Schülersprecher der Erich Kästner-Schule mehrere Namenslisten an Bürgermeister Dr. Andreas J. Wulf.
Die Elterninitiative, vertreten durch Frau Regina Hoffmann und Frau Beate Beckmann, übergab Listen, auf denen insgesamt 148 Namen eingetragen waren, überwiegend mit Angabe von Vornamen, Straße und Wohnort. Von denen, die sich in die Listen eingetragen haben, haben insgesamt 36 eine Unterschrift geleistet.
Regina Hoffmann hat als Vorsitzende der Elternpflegschaft der Erich Kästner-Schule auch die Eltern angeschrieben. Die Elternpflegschaft hat ihre Einschätzung mitgeteilt, dass die Bedingungen zur individuellen Förderung in einer Gemeinschaftsschule wesentlich besser seien als in der Realschule. Davon würden sowohl die schwächeren als auch die leistungsstarken Schüler profitieren. Es werde nicht ohne eine Ganztagsbeschulung gehen. Allerdings könnten die Zahl und Länge der Schulnachmittage "von uns in Augustdorf" mitbestimmt werden.
Nach der Auswertung der Elternpflegschaft haben 76 %, d. h. 193 von 254 Eltern bzw. Elternpaaren eine Antwort abgegeben. 164 Elternteile haben sich für den Aufbau einer Gemeinschaftsschule ausgesprochen, 26 sind dagegen, 61 haben keine Meinung geäußert.
Die Schülersprecher der Erich Kästner-Schule Habibe Baycelebi und Valmir Hyseni haben nicht näher bezeichnete Listen mit den Namen von 219 Schülern überreicht. Dem Anschreiben nach sprechen sich diese Schülerinnen und Schüler für eine Gemeinschaftsschule in Augustdorf aus, weil alle gemeinsam im Ort möglichst lange lernen können, keine Schüler in überfüllten Bussen früh morgens nach Detmold fahren müssen, sie in kleineren Klassen unterrichtet werden möchten und es durch den Ganztagsunterricht, der bis 15.30 Uhr dauern soll, keine Hausaufgaben mehr gebe.
Bürgermeister Dr. Andreas J. Wulf weist darauf hin, dass nicht alle Annahmen zutreffend sind. Das gilt z. B. für die Klassengröße: Die durchschnittliche Klassengröße an der Hauptschule betrug im Jahr 2010 20,6 Schüler (274 Schüler aufgeteilt auf 12 Klassen). In den Klassen der Jahrgangsstufen 5 und 6 lag die durchschnittliche Schülerzahl sogar nur bei 17. In einer Gemeinschaftsschule beträgt die Mindestklassengröße hingegen 23 Schüler. In der Gemeinschaftsschule wären die Klassen im Vergleich zur Hauptschule also größer statt kleiner.
Auch die Möglichkeiten zur individuellen Förderung müssen differenziert betrachtet werden. Die Hauptschule hat schon heute eine gute Lehrerausstattung. Im Vergleich zur Realschule würde die Gemeinschaftsschule besser mit Lehrern versorgt. Allerdings würden die Unterschiede in der Leistungsfähigkeit der Schüler in einer Gemeinschaftsschulklasse deutlich größer sein als heute an der Realschule oder der Erich Kästner-Schule. In einer Gemeinschaftsschule würden Schüler mit besonderem Förderbedarf, schwache Hauptschüler und starke Gymnasiasten gemeinsam in einer Klasse unterrichtet. Somit stiegen auch die Anforderungen an die Lehrer ganz erheblich. Die Lehrer müssten zukünftig gleichzeitig in ihrer Klasse sowohl die Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf als auch die sehr leistungsstarken Gymnasiasten individuell fördern.






